"Messermacher aus Leidenschaft"

Die Messer werden von Hand aus exklusiven und ausgesuchten Materialien hergestellt.
Jedes Messer ist durch seine Form und das verwendete Material ein Unikat.
Das Design und Material wird so ausgewählt, dass ein funktionelles und exklusives Messer entsteht.
Alle Messer werden für den täglichen Gebrauch beim Jagen, in der Küche oder im Berufsleben gebaut.
Die Messer werden individuell nach den Vorgaben des Kunden gefertigt.
Fast alle Materialen können verwendet werden und kaum eine Art von Messer, kann nicht hergestellt werden.

Zur Beschreibung unseres umfassenden Leistungsspektrums möchten wir Ihnen einen Artikel aus dem Bergsträsser Anzeiger zur Verfügung präsentieren.

Der Messer-Mythos wird in Schlierbach kultiviert.
Die handgearbeiteten Einzelstücke von Hans Joachim Vetter sind Kunstwerke aus Stahl und sind zum Schneiden viel zu schade.

Das Messer gilt als das älteste Werkzeug der Menschheit. Aus Knochen oder Horn geschliffen, aus Flint geschlagen, später aus Bronze geschmolzen. Heute werden schon Keramik-Schneiden angeboten.
Für den wahren Messer-Fan gibt es nur einen Werkstoff : Stahl.
Und selbst für Kenner ist die Auswahl dann noch schier unüberschaubar.
Härte, Schnitthaltigkeit, Zähigkeit-
alles kann einem guten Stahl angezüchtet werden.

Hans Joachim Vetter weiß alles über Stahl. Er ist dem Mythos Messer erlegen, wie mancher von uns, der als Bub sein erstes Taschenmesser vom Opa oder Vater mit mahnenden Worten geschenkt bekam. Das erste Messer muss viel ertragen. Später kaufte man ein neues - schöner, stabiler. Und irgendwann wünscht man sich das Messer fürs Leben. Dann ist man reif für den Messer-Macher.Für ein Unikat. Vielleicht sogar nach eigenen Vorstellungen gestaltet. Dann ist es Zeit für einen Besuch bei den Vetters in Schlierbach.
In Vetters Werkstatt wird meist repariert oder geschärft.

Auch hier ist Vetter Profi. Das gilt nicht nur für Messer aller Art. Das gilt für Beile, Reb- und Heckenscheren, Messer von Rasenmähern, Kettensägen und für den Fleischwolf. Es gibt nichts, was Vetter nicht wieder scharf machen kann. Er verfügt über einen modernen Maschinenpark.
Das Herstellen von Messern nennt Vetter "Therapie". Beschäftigungstherapie. Meditation. Er hat Freude daran, wenn ein Stück Metall Gestalt annimmt, wenn es nicht nur funktioniert, sondern auch ästhetischen Kriterien standhält. Vetter haucht dem Stahl Leben ein. Lange hat er nach seinem eigenen Stil gesucht. Inzwischen hat er ihn gefunden. Taschenmesser und feststehende Messer aus seiner Werkstatt tragen seine Handschrift. Sie sind ebenso funktionell wie stabil.

"Ich gebe auf jedes Stück lebenslang Garantie . Wenn`s doch kaputt geht, gibt`s ein neues", verspricht Vetter. Bisher ist dieser Fall noch nie eingetreten, obwohl viele seiner Messer auch jagdlich geführt werden. Der Härtetest für jede Klinge Wie gut seine Messer sind, wird ihm von zufriedenen Kunden immer wieder bestätigt. Die Funktionalität ist ihm wichtig. Unnütze Schnörkel mag er nicht. Die Aussage muss klar sein: Dies ist ein Werkzeug, notfalls ein Waffe. Vetter-Messer haben nichts Verspieltes. Es gibt kein Heischen nach Show-Effekten. Vielleicht wirken sie gerade deshalb so edel.
Länger als zwei, drei Stunden am Stück arbeitet Vetter nicht an einem Messer. Es muss langsam entstehen. Zur Form passend sucht Vetter die Beschalung der Hefte aus. Erlesene Hölzer - von Mooreiche über Rosen- bis zum Wüsten-Eisenholz - alles ist mischbar. Hirsch- oder Büffelhorn? Kein Problem! Perlmutt fürs Gentleman-Knife? Elfenbein oder Mammut-Zahn? Für Vetter kleine Fische. Eben legte ihm ein Jäger den Zahn eines afrikanischen Warzenschweins auf die Werkbank. Aus ihm entsteht der Griff eines Taschenmessers. Messer macht Vetter aus dem Vollen.
Es gibt kein gestanztes Blech wie bei der Serienproduktion. Sehr zeitaufwendig sind seine Taschenmesser. Für ein hochwertiges Teil sitzt er bis zu 50 Stunden in der Werkstatt. Für ein einfaches Jagdmesser braucht er mindestens 20 Stunden.

Erst fertigt er eine Schablone, macht den Anriss auf dem Stahl, bohrt und sägt die Grundform aus, entgratet, schneidet die Gewinde für die Backen, schleift die Schneide an und poliert. Dann gibt er das Messer zum ersten Male aus der Hand.
Gehärtet wird der Stahl in einem Fachbetrieb - und zwar nach genauen Vorgaben. Dann wird wieder poliert, zusammengebaut, die Beschalung verschraubt, alles wieder überschliffen und poliert, poliert, poliert.
Der Begriff spiegelblank ist wörtlich zu nehmen. "Es gebt zwei Grundtypen, die meine Messer kaufen: die Sammler und die Jäger.
Beide Käuferkreise haben Vertrauen zu meiner Arbeit", sagt Vetter.
Die Sammler wollen erlesene Stücke für ihre Vitrine. Diese Messer werden zwar häufig in die Hand genommen, aber nur an und an genutzt.
Die Jäger wollen stabile, schnitthaltige Klingen, die nicht nach jedem Wildschwein geschärft werden müssen. Diese Gebrauchsmesser sind meist weniger wert- voll appliziert, aber zu Benutzen eigentlich immer noch viel zu schade.

Ein Messer fürs Leben
Von allen Messern trennt sich Vetter schwer, obwohl sie ihm gutes Geld bringen. Zwischen 100 und 2000 Euro kostet ein echtes "Vetter-Messer" aus der Odenwälder Messerschmiede in Schlierbach. Denjenigen, die jetzt den Stundenlohn hochrechnen wollen sei gesagt, das allein der Materialwert eines Spitzenmessers ca. 300 Euro beträgt. Trotzdem verkauft er sie nur zögerlich - und auch nicht an jeden. "Stück für Stück ist mit Liebe gemacht", sagt er. Er verkauft Messer nur an Menschen, deren Herz sich auch für kalten Stahl erwärmt. Auch der Kunde sollte Vetter`s Meditation nachempfinden. Meditation. Dazu gehören Rituale. Jedes neue Teil wird mindestens vierzehn Tage vom Meister getragen. "Ich stecke es in die Tasche und sehe es immer wieder an. Es mag vielleicht eigenartig klingen, aber ich will dem Messer auch auf diese Weise noch etwas von mir mitgeben.

Tradition
Vater Hans Vetter war Zeit seines Beruflebens gelernter Kunst und Messerschmied (Jahrgang 1929) 46 Jahre bei der Fa. August Wagner "Haus feiner Stahlwaren" in Weinheim beschäftigt.

Sohn Achim Vetter (Jahrgang 1954) auch bei selbiger Firma Werkzeugmacher gelernt, und die Kunstfertigkeit sowie das Handschleifen vom Vater übernommen und verfeinert. Aus den ersten Versuchen wurde eine Leidenschaft , die in eigenständigem Styling und immer perfekter Ausführung ihren Ausdruck fand.